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Es lief eine Ratte auf der ausgebrannten, heißen Erde in Richtung des Hortus, wo er auf der Sinterumfriedung saß und wartete. Sie war kleiner als die Ratten, die er kannte, vielleicht, weil sie ein kurzes, helles Fell hatte, dass sie nackt schien. Sie lief hin und her, als ob sie kein Ziel hätte, und sprang bisweilen ein klein wenig in die Höhe, als ob sie sich eine kurze Zeit von der brutal heißen Erde befreien wollte. Jetzt stieß die Krähe, die die Ratte rücklings verfolgt hatte, ganz hernieder und hüpft der Ratte vor den Weg. Die Ratte kennt die Sicherheit im Erdreich, die sie sucht. Sie scharrt mit den Pfoten und wühlt mit der Schnauze im verbrannten Gras. Ins ausgedörrte, harte Erdreich dringt sie jedoch nicht. Da rennt sie los in Bögen und hin und her, langsamer, als kräftige, fellige Ratten huschen. Die Krähe kreuzt ihren Weg, fliegend, hüpfend, mit vielen Raffinessen. Da springt die Ratte die Krähe an. Es ist ein leidenschaftsloser, müder Sprung, der wie spielendes Hüpfen scheint. Die Krähe zieht sich zurück und kommt wieder. Die Ratte springt ihr entgegen. Und da trifft der Krähenschnabel die nackte Rattenhaut zum ersten Mal. Das Quieken der Ratte ist zu hören, während sie flieht, lüftlings verfolgt vom krähenden Vogel, der bald über ihr ist und erneut mit dem spitzen Schnabel auf die beigelige Haut niederstößt. Und jetzt kommen sie, die angelockten Krähen, eine, zwei, drei, vier. Das Erdreich, ausgebrannt, heiß, verdorrt, hart, ist der Ratte zur Zuflucht genommen. Deshalb packt der eine Krähenschnabel die Ratte, die müde hüpft und stolpert, am Fuß, der andere an der Schnauze und der andere am Rücken. Auf dem Rücken liegt sie. Und der Krähenschnabel durchdringt die nackte Rattenhaut. Aus der Wunde dringt schon Blut. Geschickt hackend eröffnen die Krähen die Wunde des Opfertieres, dass sie bald klafft. Da tritt Gedärm aus, der Leckerbissen der Krähen. Um die besten Stücke streiten die Krähen, indem sie an ihnen zerren, während die Ratte jämmerlich quiekt. Aber als sich Krähen durch das Gedärm zu den Sehnen und Bändern, an denen sie nun, teils auf dem Boden tollend, teils in der Luft schwirrend, ziehen und zerren, durchgefressen hatten, hört er die Ratte nimmer. Da hieß die Gouvernante ihn kommen, dass er sich wie jedes Jahr im heißen Sommer auf die Ferienreise mache. (Einleitung des 1. Kap. "Arbeit auf den Plantagen macht frei" des Romans "Die Felder)


R o m a n e                    Sorel  Minitzki
       
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Romane ist auch Teil von  Sorel Minitzki  Gesamtkunstwerk, vgl. auch Klonoid (Gemini, Gravitas [1], Triptychon Gravitas [2], Gravitasstele [3], Entanglementholz1+2 [4], Diptychon Entanglement [5], Schraubstock zu Eisensäge+Flasche für verschiedenen Inhalt [6], Kosmas+Damian auf Ikeabrett1+2 [7]    und  Triptychon Kruzifix [8]) und  Dramen (EuthanasieLabor).


Romane

Die Felder mit den Kap. Arbeit auf den Plantagen macht frei, Sisibar, Schuld und Sühne, Der Kongress tanzt, Die Würmer; Natur mit den Kap. Der Konzern, Die Familie, Der Damenreiter und die Herrenreiterin, Wesen, Die Päpstin; Der Mensch und die anderen Tiere mit den Kap. Eine Welt, Die Wanderinnen, Steinigung, Heterosis


Am Weltkongress "Heterosis"  aus
Kap. "Heterosis" des Romans "Der Mensch und die anderen Tiere" nehmen zu 1/3 Wissenschaftlerinnen teil, die alle mit den höchsten geistlichen Würdenträgerinnen bestens bekannt  und vertraut sind, was sehr viel heißt, weil fast alle geistlichen Würden in weiblcher Hand sind. Einige der erfolgreichsten Wissenschaftler treffen sich am Ende des Kongresses zu einem gemeinsamen gemütlichen Beisammensein und Essen, bei dem sie  ein Mahl auftragen lassen, das Vegetarierinnen und Veganerinnen nach und nach kreiert  und zu einer Art ernsthaftem Symbol erhoben hatten. Mit Wissenschaftlern pflegen die geistlichen Würdenträgerinnen schier keinen Kontakt. Für die so versammelten Wissenschaftler ist dieses Mahl alles andere als ein ernsthaftes Symbol. Ganz im Gegenteil, von Gang zu Gang, je mehr der Alkohol wirkt, desto wüster und dreister ziehen die Männer über das Fleischlose zwischen ihren Zähnen her. Sie machen sich zusammen mit den Köchen, und es kochen bei diesem Anlass ausschließlich Köche, die die Wissenschaftler, die diesen Mahlanlass organisiert, ausgewählt hatten, aus dem Mahl einen Jux. Schon braten diese Köche Fleisch von allen möglichen Tieren und Tierteilen. Viele gaffen gespannt in die Küche, wo auch Holzkohle glüht.  Endlich grölen die, die aufgrund ihrer Qualifikationen dazu bestens geeignet sind, Wortfetzen, die mit chemischen  Formeln zu tun haben, wild durcheinander in den Saal, mit denen sie zu begründen versuchen, weshalb die Maillardreaktion nur beim Braten von Fleisch derlei leckerste Düfte erzeugen könne. Während bald viele "Aufs Fleisch" brüllen, zieht manch einer  sofort los in die Viertel des Fleisches, die bald offiziell verboten gewesen sein werden.

Gegen Ende des Kap. "Die Päpstin" des Romans "Natur" wird die erste Päpstin inthronisiert. Zwar scherzen, albern, ja gackern sogar während des 
Festmahls dieses  sehr hohen Anlasses die besten Freundinnen der Päpstin, alle anwesenden Frauen allen Alters sind sich jedoch darüber vollauf bewusst, dass dieses Mahl höchste Symbolkraft hat, weshalb sie es letztlich, also in ihrem Innersten, ehrlich ernsthaft zelebrieren.

Am Ende des Kap. "Arbeit auf den Plantagen macht frei" des Romans "Die Felder" findet zu Ehren der durch soziale Autoeuthanasie verstorbenen Dea für Reinhaltung der Vermischungen Thea Tatenheim ein Leichenschmaus statt,  zu dem von dem Konzern Tatenheim die erlauchtesten Mitglieder aller 3 anderen Konzerne geladen wurden.

Mahlanlass, Festmahl und Leichenschmaus sind dieses Menü: Als Amuse geule gab es gesprosste Linsen auf Kartoffelröstiküchlein mit einer Calvadosgemüsejus und den Aperitif Wermuthredbitter. Dann folgte eine Suppe aus dem in Ziegenmilchbutter leicht angeschwitzten und in Grauburgunderspätlese gekochten Mehl gelber Erbsen mit einer Erbsenschotenjulietteeinlage, blanchiert im eigenen Saft. (Den Speisenwunsch der Stellvertreterin des Waffenhochmeisters Nkomo-Adolfo Planta, Shapla Crudée, den sie eigentlich bei allen größeren Anlässen vortrug, wollte niemand abschlagen:)  falscher Loup de mer aus einem Tangmus mit Schalotten, Knoblauch, weißem Pfeffer, alles pürriert und in einer Fischform in Olivenöl gebacken, dann lediglich in mit Fleur de Sal gewürzter Kokosmilch und auf einem Thymianbett kurz gedünstet, ohne jede Beilage. (Diesbezüglich machte inzwischen folgendes Bonmot die Runde: Äußerst ungewöhnlich ist das Fortpflanzungsverhalten von Armflossern, z.B. Loup de mer. Bei vielen Tiefseeanglerfischen hat das Männchen weniger als ein Zehntel der Größe des Weibchens. Bei ihm ist der charakteristische Köder nicht ausgebildet, da es parasitisch am Weibchen lebt. Dazu durchbeißt es die Haut der Partnerin. Anschließend verwachsen die beiden Blutkreisläufe miteinander, so dass die Nährstoffe aus dem Blut des Weibchens die einzige Nahrungsquelle des Männchens darstellen. Armflosser sind die einzigen Fische, die diesen extremen Sexualdimorphismus aufweisen.) Zum Seeteufel gab es einen Rieslingeiswein aus Obernay. Das Hauptgericht war ein Braten aus dem Teig aus Seidentofu, Schwälmer Brot, Barmberger Hörnchen, Sellerieknolle, roten Zwiebeln, Knoblauch, krauser Petersilie mit einer Preiselbermisofüllung. Dazu tranken sie Champagner aus den Trauben Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Schließlich wurde ein Thrakisyrahagaragargelee aus geriebenem sehr, sehr altem Parmesan, süßer Sahne, Creme fraiche, Muskat -im Glasnudelmantel-, dazu ein Salat aus Batatescheiben mit einer Vinegrette aus Lichyessig und Rapsöl serviert. Man trank Weine aus Chardonnay-, Pinot-Noir- und Pinot-Meunier-Trauben aus der Champagne, nicht aus Südafrika oder Kalifornien(, da die wirklichen Feinschmecker der Anssicht waren, dort sei es zu heiß, damit diese Rebsorten optimalen Geschmack entwickeln könnten). Zur Verdauung gab es sehr starken Mokka, mit Reisschnaps (für den, der dieses wollte).


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